Corporate Podcasts – Unverzichtbar in Zukunft?

Warum sind Podcasts für Unternehmen ein Muss und wie kann man sie erfolgreich als Marketinginstrument einsetzen?
Lesedauer: 8 Minuten
Corporate Podcasts

Der Podcast Markt boomt immer mehr und Podcasting ist inzwischen viel mehr als nur ein kurzzeitiger Trend. Doch warum ist das Audio-on-Demand Medium so beliebt? Ein klarer Vorteil gegenüber anderen Medien ist die flexible Konsumierbarkeit von Podcasts. Lesen kostet viel Zeit, Video schauen fordert viel Aufmerksamkeit. Podcasts hören hingegen, funktioniert nebenbei, egal ob bei der Hausarbeit, beim Autofahren oder beim Sport – Podcasts kann man so gut wie überall konsumieren. Warum auch Unternehmen auf Corporate Podcasts setzen sollen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Corporate Podcasts – Kund*innen und Mitarbeiter*innen binden 

Podcasts oder auch Blogs entstehen oft aus einem Hobby heraus, um entweder die eigenen Interessen an einem bestimmten Thema zu teilen oder sein Wissen als Expert*in in einem fachspezifischen Gebiet zu präsentieren. Doch auch Unternehmen können von diesem Audioformat profitieren, in dem sie Corporate Podcasts (zu Deutsch: Unternehmens-Podcasts) als Marketinginstrument einsetzen. Corporate Podcasts eignen sich hervorragend, um Reichweite zu generieren und die Kundenbindung zu stärken. Außerdem kann man mit Unternehmens-Podcasts auch die interne Unternehmenskommunikation ausbauen. 

Reichweite generieren und Kundenbindung stärken mit Corporate Podcasts

Podcasts sind das perfekte Medium, um ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Unternehmen oder eine Marke nachhaltig zu stärken. Der Einsatz der Stimme, die direkt ins Ohr eindringt, erzeugt beim Hörer eine gewisse Intimität und eine große Portion an Persönlichkeit und Sympathie. Gute Geschichten, spannende Interviews, oder ein Blick hinter den Vorhang des Unternehmens können das Publikum unterhalten und informieren. 

Was wesentlich zum Erfolg von Podcasts in der Ansprache der Zielgruppe und der Kundenbindung beiträgt, ist der Aufbau von Vertrauen und langfristigen Beziehungen.
Was hilft, um diese beiden Ziele zu erreichen? Ganz klar: hilfreiche Informationen und ein glaubwürdiger sympathischer Auftritt. Der gesprochene Inhalt in einem Podcast kommuniziert nicht nur, sondern lässt mit der Zeit auch eine besondere Verbindung zwischen der/dem Sprecher*in und der/dem Zuhörer*in entstehen. Dazu kommt, dass auch mit der Serialisierbarkeit des Podcasts die Kundenbindung positiv beeinflusst wird, denn neugierige Stories regen die/den Zuhörer*in an, weitere Folgen regelmäßig zu verfolgen. 

Unternehmensinterne Kommunikation durch Corporate Podcasts

Durch die COVID-19 Pandemie wurden viele Mitarbeiter*innen gezwungen von zu Hause aus zu arbeiten. Das stellte nicht nur die Mitarbeiter*innen vor eine große Herausforderung, sondern auch die Unternehmen. Der direkte Kontakt zu den Mitarbeiter*innen wurde unterbrochen und umso schwieriger war es für die Führungskräfte eine einheitliche Botschaft an das gesamte Team zu kommunizieren. Mit Corporate Podcasts gelingt es, dieser Problematik entgegenzuwirken. Unternehmenspodcasts sind nicht nur ideal um die Kundenbindung zu stärken und um Reichweite zu generieren, sondern haben auch den Vorteil, die Bindung zu den eigenen Mitarbeiter*innen auszubauen und zu stärken. Gerade bei großen länderübergreifend agierenden Unternehmen ist es sinnvoll, Neuigkeiten und Informationen über Corporate Podcasts zu kommunizieren.  Beispiele dazu finden Sie hier.

Vorteile von Corporate Podcasts
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Vorteile durch Corporate Podcasts aus Unternehmersicht

Die größten Vorteile, die sich durch die Verwendung von Podcasts ergeben sind:

Alleinstellungsmerkmal + steigende Audio-on-Demand Nutzung

Derzeit bieten noch nicht viele Unternehmen eigene Corporate Podcasts an. Wenn man es schafft, als Unternehmen oder als Marke diese Lücke zu besetzen, profitiert man so vom Alleinstellungsmerkmal und lenkt auch die Aufmerksamkeit auf sich. Hinzu kommt, dass das Medium Podcast davon profitiert, dass die Nachfrage von solchen Audioformaten immer mehr zunimmt und Musik Streaming Apps wie zum Beispiel von Apple, Amazon, Spotify, etc. dies noch verstärkt. Podcasts werden also in der eigenen Kategorie immer präsenter. Diese Streamingdienste bewerben das Medium so, dass es immer mehr ins öffentliche Bewusstsein rückt und von vielen Hörer*innen automatisch wahrgenommen wird. 

Kostengünstige Produktion

Im Vergleich zu aufwendigen Videoformaten oder hochwertigen Content Pieces lassen sich Podcasts oft sehr einfach und kostengünstig produzieren. Grundsätzlich wird zur Aufnahme eines Podcasts recht wenig Equipment benötigt. Essenziell sind aber ein Mikrofon und ein Schnittprogramm, mit dem man die Aufnahme im Nachhinein bearbeiten und schneiden kann. Außerdem kann ein bereits vorhandener Content durch ein Audioformat ideal ergänzt werden. Zudem ist eine hohe qualitative und störungsfreie Aufnahme Grundvoraussetzung dafür, dass der potenzielle Kunde wiederkehrt und den Podcast zu Ende hört. 

Flexible Konsumierbarkeit

Durch die vielen Audio-on-Demand Angebote und mobilen Geräte, konsumieren Nutzer*innen heute was, wann und wo sie es möchten. Ein Corporate Podcast wird diesen Anforderungen als Audio-on-Demand Medium gerecht. Egal ob beim Sport, in der Dusche, beim Haushalt oder in der Bahn – Podcasts lassen sich überall konsumieren – online sowie offline – auf fast jedem Endgerät. Kaum ein anderes Medium ist so flexibel nutzbar und begleitet Nutzer*innen im gesamten Alltag. Des Weiteren spricht auch die Regelmäßigkeit für die Podcast-Nutzung. Im Gegensatz zu langen Artikeln und Videos, spart das Podcast-Hören Zeit, die/der Nutzer*in ist so auch eher dazu bereit, längere Podcast Episoden zu hören. Durch regelmäßig erscheinende und längere Podcast Folgen, haben Unternehmen die Chance, mit Kunden*innen oder Mitarbeiter*innen auf diese bestimmte Art und Weise in Kontakt zu treten. 

Authentizität durch persönliche Ansprache

Durch die persönliche Ansprache wird dem Podcast vor allem Sympathie und Authentizität zugeschrieben. Durch die menschliche Stimme, die direkt ins Ohr der Zuhörer*innen gelangt, wird ein ganz neuer Zugang zum Inhalt geschaffen. Durch diese Stimme bekommt die/der Hörer*in einen persönlichen Eindruck, vom Menschen dahinter, vom Unternehmen und eben auch von der Marke, die dahinter steht. Das erhöht die Glaubwürdigkeit und die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Zielgruppe mit dem Inhalt und der Marke stärker identifiziert. Ein Podcast eignet sich vor allem auch für schwierige und sensible Themen, da es ein sehr authentisches Medium ist. 

Aufmerksamkeit bei relevanten Zielgruppen erreichen, geringe Streuverluste

In der Regel behandeln Podcasts ein spezifisches Themenfeld, daher können Unternehmen Zielgruppen mit dieser Werbeform sehr präzise ansprechen. Wenn der eigene Podcast dann auch noch von anderen Podcasts beworben wird, wird die Zielgenauigkeit erhöht und damit auch Reichweite generiert. Mit Online-Kanälen lassen sich vor allem jüngere Benutzer erreichen, die klassische Werbung bewusst vermeiden wollen. Ferner entsprechen Audio-on-Demand Angebote dem Wunsch nach autonomen Konsumieren und decken so viele Themengebiete und Formate ab, aus dem der Hörer wählen kann. 

Best Practice Beispiele von Corporate Podcasts
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Best Practice Beispiele von Corporate Podcasts

Werbemöglichkeiten durch Podcast Marketing

Lange Zeit waren Radio, Fernsehen und Print die beliebtesten Medienformate um eine bestimmte Werbebotschaft an eine Zielgruppe zu richten. Doch die Art und Weise des Medienkonsums hat sich im Wandel der Zeit extrem geändert. Selbst Social Media Ads haben längst nicht mehr die Bedeutung, die sie einst hatten. 

Wo kann ein Unternehmen dann heutzutage erfolgreich Werbung schalten? Ganz genau – durch Werbespots in Podcasts.

Bei einer erfolgreichen Marketingstrategie sollten die drei Mediaformen Owned, Paid & Earned Media definitiv berücksichtigt werden:

Owned Media: eigenen Podcast produzieren

Mit Owned Media den eigenen Podcast produzieren, die Königsdisziplin in Sachen Podcast Marketing. Bei Podcasts ist ausschließlich der Inhalt relevant, es gibt keine visuellen Komponenten, die Aufmerksamkeit hervorrufen können. Daher sind die Anforderungen an eine redaktionelle Planung und Kreation sehr hoch – ohne inhaltliche Relevanz wird der Podcast sonst zum Flop. Man sollte folgende Problematiken im Vorhinein klären: Wie soll der Podcast positioniert werden? Wie wird er am besten in die gesamte Content-Strategie integriert? Welches Thema behandelt der Podcast? Wie sorgt man für hinreichend Informations- und Unterhaltungsbedeutung? Welche Stimme eignet sich am passendsten? Et cetera.

Beispiele finden Sie weiter oben im Post.

Es gibt zwei Arten von Paid Media Werbeformaten im Zuge des Podcast Marketings. Zum einen gibt es native Werbeformate, bei denen der Host selbst werbliche Sätze einspricht, zum Beispiel in Form von Sponsorings. Hierbei ist es wichtig, das die Botschaft authentisch wirkt, denn das beeinflusst das Image der/des Werbenden positiv. 

Zum anderen gibt es klassische Audio-Spots, die auch ausschlaggebend ausgespielt werden können. 

Am Beispiel: Amazing E-Commerce Podcast
Hier wurde vom Host eine werblicher Satz eingesprochen, der bei jeder Folge eingespielt wird. 
 

Earned Media: Aufmerksamkeit durch andere Podcasts verdienen 

Der Grundbaustein des Earned Media in Sachen Podcast Marketing ist ein hohes Maß an Bekanntheit und ein Netzwerk, das durch eigene Kanäle aufgebaut werden muss. Daher ist es wichtig, für Traffic auf diesen Kanälen zu sorgen, damit sich die Werbeaktivitäten mit Earned Media liberalisieren. Auch bei Podcast Marketing ist es einerseits sinnvoll auf externe Podcasts zu setzen, um eigene Themen voranzutreiben. Andererseits kann auch in Kooperationen mit anderen Podcaster*innen die Vermarktung des eigenen Podcasts vorteilhaft vorangetrieben werden. 

Ein Beispiel dafür wäre, wenn ein/e Influencer*in den Podcast auf Instagram erwähnt. 

Es ist wichtig, dass sich Unternehmen nicht für einen Mediatyp entscheiden. Bei einer guten Online Marketing Strategie ist ein Mix aus allen drei Werbemöglichkeiten essenziell

Plattformenvergleich für Podcasting 

Welche Plattform eignet sich nun am besten für Ihr Podcast Projekt? Folgende Apps hier im Überblick und im Vergleich: 

Spotify Podcast

Spotify ist vor allem als Musik-Streaming Plattform bekannt – doch Spotify hat auch ein stetig wachsendes Kontingent an Podcasts. In der Übersicht des Profils werden alle Audiodateien angezeigt, die zuletzt gehört wurden. In der Rubrik “Suchen” gibt es wieder eine eigene Kategorie nur für Podcasts. Hier werden die Top-Podcasts bestimmter Länder (Auswahlkriterium) in den Podcasts-Charts angezeigt. Spotify punktet definitiv mit der individuellen Playlist Erstellung, die aufgrund der gehörten Audioformate erstellt wird. Ein Nachteil dieser App ist jedoch, dass man Podcasts nur schwer findet, wenn man nicht den genauen Titel weiß. 

Google Podcasts

Google Podcasts ist übersichtlich gestaltet und bietet zudem eine vielfältige Auswahl an verschiedenen Podcasts Kategorien. Die beliebtesten Podcasts aus den Rubriken Angesagt, Gesellschaft & Kultur, Comedy, Nachrichten & Politik, Sport & Freizeit, Bildung, Technik und Wirtschaft werden auf der Startseite angezeigt. Selbst ein Podcast Neuling dürfte mit dieser übersichtlichen Gliederung gut zurechtkommen. Die Podcasts können abonniert oder gedownloadet werden. Außerdem kann man mit dem Verlauf auf alle Audiodateien zugreifen, die man zuletzt gehört hatte. Eine weitere nützliche Funktion ist die “automatische Löschung” von Inhalten nach dem Anhören der Audio Datei. Man kann sich also Podcasts downloaden und sich sicher sein, das der Speicherplatz am Smartphone ausreichend ist. 

Apple Podcast für iOS User

Natürlich mischt auch der iPhone Riese im Podcast Markt mit. Apple erkennt den Trend zum Audioformat und installiert auf seinen Geräten die Apple Podcast App schon vor. Es gibt schon seit mehreren Jahren die Möglichkeit, über iOS Geräte mittels der Podcast App Shows, Podcasts, etc. zu hören. Im “Entdecken” Feed werden zum Beispiel die Kategorien “Besten neuen Sendungen aus dem Jahr”, “Neu und beachtenswert”, “Bei Abonnent*innen beliebt”, etc. angezeigt. Die Kategorien aktualisieren sich je nach aktuellen Ereignissen. Vielleicht wirkt die Podcastplattform von Apple ein wenig unübersichtlicher in Gegensatz zu seinen Konkurrenten, jedoch eignet sich die App für iOS Nutzer*innen, die keinen zusätzlichen Account zum Podcast hören verwenden wollen. 

Amazon Podcast

Amazon bietet sowohl in der Amazon Music App sowie in der Audible App (Hörbuch Plattform) Podcast Formate an. Der Unterschied liegt darin, dass man die meisten Podcasts bei Audible nur mit einem Audible Abonnement hören kann, ist man hingegen “Prime” Kund*in bei Amazon kann die Music App kostenlos genutzt werden. 

Welche Plattform ist nun die beste?

Pauschal kann man das nicht beurteilen, da jede Plattform ihre Vor- sowie Nachteile aufweist. Doch wenn man sich mehr mit dem Thema auseinandersetzt, sieht man ganz deutlich das Google Podcast und Spotify die Nase im Ranking vorne haben. Die Angebote sind kostenlos und können jederzeit gehört werden. Zudem decken sie eine große Themenvielfalt ab und bieten eine benutzerfreundliche Plattform an. Apple Podcasts bietet ebenso kostenlose Inhalte an, aber die Plattform ist im Vergleich zur Konkurrenz nicht so gut gegliedert und kann Podcast Neulinge schnell überfordern. 

Häufig gestellte Fragen

Warum sollte man als Unternehmen Corporate Podcasts machen? 
Podcast Inhalte können jederzeit nebenbei und meist kostenlos konsumiert werden. Zudem ist der Podcast Markt in den letzten Jahren stark gewachsen. Das gibt Unternehmen die Chance, frühzeitig in Form eines Podcasts auf dieser Plattform Fuß zu fassen. Mehr Vorteile zu podcasting finden sie hier.

Wie sollte man Podcasts bewerben? Die 3 essenziellen Medientypen Owned, Paid und Earned Media sollten bei einer erfolgreichen Marketingstrategie eingesetzt werden. Mehr dazu lesen sie hier.

Erfolgreich Podcasten – wie funktioniert’s? – Lesen Sie hierzu Tipps im DBC Blogpost “Corporate Podcasts – warum man als Unternehmen einen Podcast starten sollte“.

Warum Podcast Marketing? – Lesen Sie gerne hier mehr dazu.

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Autor*in dieses Beitrags

Nina Söllinger

Nina Söllinger

Studentin der FH Steyr - Marketing und Electronic Business

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